VOR DER BEGEGNUNG

VORDEM

VOR DEM STATUS

Gesehen ist noch nicht begegnet.

21.07.2026

Was geschieht mit einer Begegnung, wenn beide Seiten glauben, bereits voneinander zu wissen?

Vielleicht wissen wir heute mehr voneinander.

Und begegnen uns trotzdem weniger.

„Ich habe deinen Status gesehen.“

„Ja.“

„War schön.“

Fünf Sekunden.

Alles gesagt?

AUDIOARBEIT

ERZÄHL

3:40

Ein Cut-up über digitale Aktualisierung, fehlende Fragen
und den Moment vor der Begegnung.

Textfragment lesen

Gesehen ist noch nicht begegnet.

Mitgeteilt ist noch nicht erzählt.

Ich kenne deinen Status.

Kenne ich dich?

Der eine hat etwas gezeigt.

Ein Bild ausgewählt.
Einen Satz geschrieben.
Vielleicht nachgesehen, wer es gesehen hat.

Der andere hat es geöffnet.

Kurz hingeschaut.
Weitergewischt.
Später geglaubt, bereits Bescheid zu wissen.

Der Status kann Nähe ermöglichen.

Er kann einen Anlass schaffen,
nachzufragen,
mitzufühlen
oder anzurufen.

Aber er kann den Anlass auch bereits verbrauchen.

Wer glaubt, etwas schon zu wissen,
fragt möglicherweise weniger.

Der eine denkt:

Ich habe es doch mitgeteilt.

Der andere denkt:

Ich habe es doch gesehen.

Doch was hat zwischen ihnen stattgefunden?

GESEHEN IST NOCH NICHT BEGEGNET.

NOCH NICHT WEITER.

Öffne einen Status.

Wische noch nicht weiter.

Denke an den Menschen,
der ihn veröffentlicht hat.

Welche Frage beantwortet dieses Bild nicht?

Vielleicht fehlt uns nicht Wissen über andere.

Vielleicht fehlt uns der Moment,
in dem sie uns selbst etwas erzählen können.

Eine Text- und Audioarbeit aus dem Raum VOR DER BEGEGNUNG.

VORDEM / HÖREN Kein Stück gewählt bereit
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